Autor: Gast
Dabei seit: 2010-08-16
Beiträge: 120
Rang: Astonaut
Eingetragen am: 2011-08-01
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Ägypten ein Land der Gegensätze
Ich war im Juli in Luxor in Ägypten, Iberotel. Luxor war ruhig, wenige Touristen, meistens aus England. Mein Hotel lag direkt am Nil. Es war sauber, das Personal sehr freundlich. Vielfach habe ich auswärts mit einheimischen Freunden gegessen.
Das Essen ist sehr schmackhaft und relativ fettarm. Salate habe ich gemieden. Eine Darmerkrankung habe ich nicht bekommen. Wasser und Salate, wie Obst, was nicht geschält werden kann, sollte gemieden werden.
Politisch haben wir keine Unruhen gespürt. Erschreckend ist aber die Armut. Bettelnde Frauen mit Säuglingen im Arm bieten immer wieder einen erschütternden Anblick. Eine kostenlose Heilbehandlung gibt es nicht, sowie keinerlei soziale Unterstützungen. Fast die Hälfte aller Ägypter ist arbeitslos.
Im Juli/ August werden die höchsten Temperaturen erreicht. Wir hatten 59°C, nachts gingen die Temperaturen auf 39°C herunter. Da es sich um eine trockene Hitze handelte, war sie dennoch einigermaßen erträglich. Die Wasserflasche darf man allerdings nie vergessen.
Am letzten Tag wurde ich leider von Kindern bestohlen. Von mir unbemerkt entwendete man meine Geldbörse beim Einsteigen in ein Taxi. Die Kinder gaben vor Papyrus zu verkaufen und haben dabei trickreich meine Tasche geöffnet. Dabei wurde zwar nur wenig Geld gestohlen aber meine Scheckkarte. Mit meiner American Express-Karte konnte ich leider keinen Automaten bedienen nur im Hotel meine Rechnung bezahlen.
Die Automaten sind nur für Einheimische Nutzer von American Express, wie man mir mitteilte.
Unser Taxifahrer und andere einheimische Jugengliche versuchten, leider mit wenig Erfolg, die Kinder zu finden. Das wenige Geld habe ich ihnen gegönnt, wenn Stehlen natürlich auch nicht der richtige Weg ist, um an Geld zu kommen. Erfreulich war, dass sich die Jugendlichen für das Fehlverhalten der Kinder entschuldigt haben und auch im Hotel erhielt ich anschließend einige kostenlose Getränke. Man war über die Tat sehr verärgert.
Das Land hat eine eigenartige Faszination. Der Nil und seine Nebenarme bieten einen interessanten und teilweise sehr schönen Anblick. Man kommt ins Träumen.
Die Menschen werden 5 x am Tag zum Gebet gerufen, dieses auch mit ungheuerlicher Lautstärke um 4 morgens. Zum Glück hörte man es nicht durch geschlossene Fenster.
Es stimmt nachdenklich, ob das häufige Beten nicht regelmäßige Arbeitsabläufe verhindert.
Erschreckend ist in Ägypten allerdings der ungeheure Schmutz. Man kennt keine Müllabfuhr. Die Männer sitzen mitten im Müll in Cafés, statt den Müll zu beseitigen. Hygiene und gekehrte Straßen findet man nur in den reichen Vierteln.
Hier muss ein Großteil der Bevölkerung noch große Lernprozesse durchwandern und ein Gefühl für Sauberkeit bekommen.
Zu erwähnen ist noch der Verkehr. Ein unbeschreibliches Chaos. Ampeln dienen nur der Dekoration, sie leuchte so hübsch bunt. Heil über die Straße zu kommen ist schon ein Erlebnis. Neuerdings sieht man viele neue Taxis. Die Taxifahrer konnten ihre alten Taxis gegen ein neues eintauschen und müssen dieses von ihren Einnahmen abzahlen. Ein Besonderheit biete auch die Pferdekutschen, wobei die oft ausgemärgelten Pferde einen Mitleid erregenden Anblick bieten. Als Frau kann man alleine nach Ägypten fahren, sollte sich aber nicht mehr nachts alleine auf den Straßen aufhalten und auch sonst einsame Straßen meiden. Wie in allen sehr südlichen Ländern wird man ständig angesprochen.
Zusammenfassend: ein Land zum Träumen und der Gegensätze. Orient pur.


Reiseberichte
Ägypten (11)



