Autor: Smyler
Dabei seit: 2010-08-16
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Rang: Reisender
Eingetragen am: 2010-08-16


Roadtrip nach Bulgarien


Im Sommer 2010 beschloss ich mit einem Freund und zwei Freundinnen unseren Urlaub n Bulgarien zu verbringen.
Zusammen buchten wir unser Hotel am Goldstrand. Die Mädels buchten auch gleich einen passenden hin und Rückflug mit, doch das war uns zu langweilig. Wir wollten was erleben, andere Länder sehen und auch vor Ort nicht an öffentliche Verkehrsmittel gebunden sein.
Also entschlossen wir uns dazu, unsere Sachen in den Kofferraum zu packen und mit dem Auto gen Süden zu fahren. Was ganz zur Freude unsere weiblichen Begleiter war, denn in einem Kombi konnten sich ja ein paar mehr Schuhe unterbringen lassen und so wurde ihre Liste unbedingt nötiger Utensilien gleich um ein paar Sachen erweitert.

Die letzten Vorbereitungen waren erledigt und der Tag der Abreise endlich gekommen. Nachdem wir unsere Koffer verstaut und die Sachen der beiden Mädchen obendrauf gestopft hatten, war es geschafft. Ein kompletter Kombi mit Sachen für zwei Wochen Urlaub beladen. Abends um elf Uhr starteten wir unsere Reise. Der netten Dame im Navi teilten wir unser Reiseziel mit und erfuhren prompt unsere Reisestrecke, mit einer ungefähren Wegstrecke von ca. 2120 Kilometern. Geplant war ein Zwischenstopp in Ungarn am Balaton, also Zündung an und los ging es über die Autobahnen Richtung Sonne. Unser Weg führte uns quer durch Deutschland (wo es sich um diese Uhrzeit problemlos fahren lies), über Tschechien (wo wir um fünf Uhr morgens den Sonnenaufgang in Prag, der goldenen Stadt genießen konnten), nach Slowenien bis durch nach Ungarn. Die nette weibliche Stimme aus unserem Navigationsgerät leitete uns zuverlässig den weg. Sodass wir mittags gegen 12 Uhr unseren Campingplatz am Balaton erreichten. Nachdem wir unter prallem Sonnenschein unser Zelt aufgebaut hatten, wollten wir nach nun mehr 13 Stunden Autofahrt nur noch schlafen. Dies war aber bei gefühlten 50°C nicht einfach, sodass wir gegen Abend noch eine runde im Balaton schwammen, uns einen Cocktail genehmigten, um dann von Mücken zerfressen noch ein paar Stunden Schlaf im Zelt zu finden.
Am nächsten Morgen setzten wir unsere Fahrt nach einem kleinen Frühstück, das aus einem Schokocroissant und einer Dose Cola bestand, Richtung Bulgarien fort.
Etwa nach einer halben Stunde Autofahrt durchs Ungarische Hinterland wurde unsere Landstraße von einem netten Polizisten, der mitten auf der Straße stand versperrt.
Unser weiterkommen wurde uns hier aufgrund eines Lkw Unfalls verwehrt, sodass ich den Wagen gewendete und gespannt auf die nette Stimme wartete, die mir mitteilt wie es denn nun weiter gehen sollt.
Umgehend meldete sich diese auch zu Wort, um uns mitzuteilen, dass wir die nächste mögliche Straße nach links abbiegen sollten. Wie befohlen so getan bogen wir in die nächste „Straße“ ein, welche für mein Verständnis mehr einem Feldweg glich.
Da aber die einheimische Bevölkerung der selbigen folgte, fuhren wir etwa 2 Kilometer die Trecker Spur entlang, bis sich der dortige Untergrund in Treibsand verwandelte. Der Eindruck, man befände sich im Dschungel, wurde durch die Bepflanzung an den Seite unterstrichen.
Anhalten erschien unmöglich, da die Aussicht auf ein mögliches festfahren im Niemalsland nicht sehr einladend wirkte. So hofften wir, dass unser Auto nirgends aufsetzte und uns auf dem schmalen
Feldweg auch kein anderes Auto entgegenkommt. Nachdem unser weg nun mehr den jäh einem Geländeparcour glich, war es soweit.
Die ersten vor uns hatten sich festgefahren, um nicht demselben Schicksal zu erliegen flüchteten wir mit leichten gasstoßen und einer menge Glück über die nächste Böschung , quer über einen Acker um dann Gott sei Dank nach weiteren 3 Kilometern wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Nun war erst einmal eine Stärkung beim nächsten ungarischem McDonalds nötig.
Nach der kurzen Pause setzten wir unsere Reise durch Ungarn fort, welche auch ohne weitere Probleme verlief.
An der Ungarisch/Bulgarischen Grenze angekommen wurden wir nach einer allgemeinen Passkontrolle weiter gewunken und betraten ein Land, wie wir es vorher noch nie gesehen hatten.
Die Vignette erworben wir direkt nach der Grenze an einem kleinen Holzhäuschen neben einer ziemlich heruntergekommenen Tankstelle. Der verwesende Geruch beim verlassen das Wagens, stammte wie sich kurz darauf herausstellte von zwei in der Sonne schmorenden, toten Hunden. Geschockt beeilten wir uns die Vignette anzubringen und schleunigst die Weiterfahrt anzutreten.
Unser Weg führte uns auf einer verlassenen Straße durch weit hinausreichende Felder, über Flüsse, und durch selbst gebaute Tunnel, bis wir nach etwa einer Stunde die ersten kleinen Dörfer sahen.
Auch hier war nichts wie gewohnt, Pferde, Kühe, Hühner konnten sich frei durchs Dorf bewegen.
Die Einwohner saßen allessamt vor ihren Häusern, führten ihr Vieh durch die engen Gassen oder mähten ihren Rasen mit einer hier nicht mehr bekannten Sense.
So manövrierten wir unser Auto, um auf der Straße stehende Kühe, von einer Ortschaft zur nächsten, bis die ersten Berge anfingen.
Wer gerne mit dem Auto unterwegs ist, der ist in so einem Land bestens aufgehoben!
Schlaglöchern ausweichend schlängelten wir uns, entlang von kleinen Wasserfällen die Serpentinen hoch, wo uns von oben ein atemraubender Blick über Rumänien erwartete.
Doch leider wurde es bald darauf dunkel und aus der herrlichen Fahrt wurde ein eiserner Kampf mit den dortigen 40Tonnen LKWs.
Wer traut sich schneller die nächste Haarnadelkurve zu nehmen?
Überholen? oder doch lieber zwischen Giganten eingekeilt weitergeschoben werden?
Der einsetzende Regen machte es nicht besser! Und wir waren froh als wir nach weiteren 8 Stunden auf einer Autobahn landeten, die wie wir hofften, uns das letzte Stückchen durch Rumänien führen würde.
Nach einer halben Stunde auf der Autobahn meldete sich plötzlich unser Navi.
„Nächste Ausfahrt bitte rechts runter, Richtung “Roata de Jos.““
Somit wurde der entspannten Autobahnfahrt ein abruptes Ende gesetzt.
„Roata de Jos“ ist eine (für einen Touristen) nicht sehr einladende Stadt.
Die Häuser waren heruntergekommen, überall liefen streunende Hunde, LKW Reifen lagen auf der Fahrbahn und Schlaglöcher , die ein geradeausfahren unmöglich machten.
Wir müssen aufgefallen sein wie ein Nilpferd im Kiesteich, denn keine 10 Minuten später wurden wir
in einer drei Autos starken Kolonne durch Rumäniens Innenstadt eskortiert.
Die Gruppe verlor aber nach 20 Minuten das Interesse an uns (das flaue Gefühl im Bauch wich) und wir konnten die restliche Dreiviertelstunde unseren Weg zur Grenze suchen.

Endlich in Bulgarien!
Bulgarien selbst war landschaftlich teils sehr schön, teils auch etwas verlassen und heruntergekommen. Die Straße ging nur noch geradeaus, durch Varna und dann direkt zum Goldstrand. Einchecken, Auto parken und nach 23 Stunden Fahrt endlich wieder ein bisschen schlafen. War nix 3 Stunden später wurden wir wieder geweckt, die Mädels sind mit dem Flugzeug gelandet , und soeben im Hotel angekommen.
Nach kurzem erkunden der Umgebung und einem gemütlichem Cocktail am Strand, befanden wir uns dann wieder im Hotel. Mit dem Navi hantierend, um unseren Weg nochmals genau anzuschauen. Wobei uns auffiel, das die Routenwahl auf „kürzeste Strecke stand.“ Das sollte wohl auch unsere Schleichwege und sonstigen Abkürzungen erklärt!
2 Wochen Urlaub in Bulgarien! Super Wetter! Meer! Strand! Mehr muss ich wohl nicht sagen.

Schlusswort, Bulgarien: Der Goldstrand selber ist wunderschön und gepflegt! Er hat für jung und alt etwas zu bieten. Einkaufs Geschäfte, Karussells, leckere Restaurants und abends jede Menge Strandpartys. Alles zu vernünftigen Preisen! Auch unser Hotel war sehr gepflegt und kostengünstig.

Schlusswort, Auto oder Flugzeug: Jeder der gerne Auto fährt und gegen kleine Abenteuer nichts einzuwenden hat, dem rate ich mit dem Auto zu reisen. Selber werde ich meine nächsten Urlaube nur noch mit dem Auto angetreten. Wir haben nicht mehr bezahlt, als wenn wir geflogen währen! Wahren flexibel vor Ort und haben jede Menge erlebt.



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