Au Pair - worauf müssen Gasteltern achten

Donnerstag, 23.08.2018, 15:41:37

Junge Erwachsene oder in manchen Staaten auch Jugendliche, werden als Au-Pair für Unterkunft und Verpflegungskosten und für ein geringes Taschengeld, im In - oder Ausland bei einer Gastfamilie tätig. Im Gegenzug ist gewünscht das Gastland bzw die Gastregion und die Sprache kennenzulernen. Überwiegend nutzen diese Art des Aufenthalts eher Mädchen oder junge Frauen, Jungen hingegen wählen eher andere Möglichkeiten wie z.B. den Schüleraustausch.

Ehemals aus der Schweiz stammend, reichen die Ursprünge des Au-Pair-Programms bis ins 18. Jahrhundert zurück. Wohlhabende Familien sandten gerne ihre Töchter zu Familien ins Ausland, oder in anderssprachige Teile des Landes, damit ihre Kinder dort eine andere Sprache erlernen, oder Bildung erhalten.

Au Pair - Gasteltern

Der Aufenthalt als Au-Pair fördert unter anderem die


Nicht nur das Au Pair erfährt viel Neues, sondern auch die Gastfamilie muss sich auf eine ungewohnte Situation einstellen. Die Hauptaufgabe für das Au-Pair ist eigentlich die Kinderbetreuung. Aber auch leichte Hausarbeiten gehören zu den Aufgaben. Dabei sollte die Gastfamilie darauf achten, dass die übertragenen Hausarbeiten nicht 50% der Gesamtarbeitszeit überschreiben. Ein Au-Pair sollte keine Reinigungskraft der Gastfamilie sein. Damit keine Unstimmigkeiten auftreten, scheint es sinnvoll, in dem Au-Pair Vertrag alles zu regeln.

Die täglichen Arbeiten könnten sein:


Allerdings gibt es keine festen Richtlinien.

Es gibt Agenturen, die sich auf die Vermittlung von Au Pairs spezialisiert haben. Sie vermitteln sowohl outgoing als auch incoming Au Pairs. Die Agentur unterbreitet Vorschläge und kümmert sich nach einer Vermittlung um alles Weitere. Allerdings wird dann eine Bearbeitungs - sowie Vermittlungsgebühr fällig.

Oder suchen Sie auf Internetportalen. Hier können sich Au Pairs sowie auch Gastfamilien melden. Die Suche ist weltweit möglich. Um den weiteren Verlauf zu vereinfachen, sind hier auch Standardverträge hinterlegt, Sondervereinbarungen müssten allerdings direkt abgesprochen werden.

Jeder steht vor der Qual der Wahl. Viele Bewerber wählen dann die Möglichkeit ein Skype-Interview zu führen. Die Chemie soll schließlich stimmen.

Ab Beginn des Zusammenseins sollte sich jeder Zeit nehmen. Es wäre schön, wenn das Au-Pair auch den Nachbarn vorgestellt wird und die Umgebung zusammen erkundet wird. Nach einer Eingewöhnungsphase von zwei Wochen, kann jeder die Entscheidung treffen, ob es passt.

Die Gastfamilie muss dem Au-Pair auch ein notwendiges Vertrauen aussprechen. Also die Gastfamilie muss auch etwas, bezogen auf die Kinder loslassen können. Es ist zu beachten, dass Au-Pair hat es anfangs auch nicht leicht sich zurecht zu finden. Gerade Au-Pairs aus den osteuropäischen oder exotischen Ländern erfahren oft einen Kulturschock. Das Leben und der Alltag gestaltet sich hier ganz anders. Essgewohnheiten und andere Bräuche müssen vermittelt werden. Auch Freizeitaktivitäten müssen besprochen werden. Besonders zu empfehlen ist, einen Sprachkurs für das Au-Pair zu buchen, damit schnell eine Verständigung erfolgen kann.

Au Pair - Gasteltern


Die Gastfamilie steht evtl. auch vor dem Problem, das die Privatsphäre eingeschränkt ist - darauf muss man sich einlassen können.

Dazu kann Heimweh kommen. Hier muss die Gastfamilie besonders behutsam vorgehen.

Selbstverständlich gibt es auch Pflichten gegenüber dem Au Pair, die zu beachten sind, z.B.


Allerdings greift hier selbstverständlich ggf. der geschlossene Vertrag.

Die Gastfamilie sollte eine Au-Pair Versicherung abschließen (bestehend aus Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung). Damit keine Versicherungslücke entsteht.

Wenn es menschlich nicht passt, kann der Vertrag ggf. mit einem Vorlauf von 14 Tagen gekündigt werden. Die Gastfamilie sollte Verständnis aufbringen, wenn das Au-Pair nicht glücklich ist und der Person keine Steine in den Weg legen.

Um illegalen Arbeitsverhältnissen und Missbräuchen der als Au-Pair in Deutschland Beschäftigten vorzubeugen, wurde in Deutschland mit Unterstützung des Bundesministeriums Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein RAL-Gütezeichen Au-Pair entwickelt. Vermittler, die dieses tragen, verpflichten sich zur Kontrolle der Einhaltung aller Au-Pair-Standards bei Familien und Au-Pairs. Dies wiederum wird von dritter Seite neutral überwacht.